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               Agnostizismus              

 

Irgendwann Mitte der 90er bin ich nach reiflicher Überlegung aus der Kirche ausgetreten. Ich habe dies nicht  - wie so viele andere -  getan, um die Kirchensteuer einzusparen, sondern aus voller Überzeugung. Davor, aber noch mehr danach, habe ich mich immer wieder mit dem Thema Glauben beschäftigt und mich intensiv über Atheismus informiert. Die Thesen der Atheisten waren mir vielfach zu fundamental; ich saß mit meiner Meinung irgendwo zwischen zwei Stühlen.
 
Und dann bin ich auf den Agnostizismus gestoßen und habe dort meine eigene Meinung wiedergefunden. Sicher wird der Agnostizismus häufig als eine von vielen atheistischen Strömungen verstanden. Ich sehe das etwas anders; ich sehe darin eine eigenständige weltanschauliche Grundhaltung.
 
Was ist denn nun diese Grundhaltung des Agnostizismus? Ich versuch es mal aus meiner Sicht mit ganz einfachen Worten zu erklären:
 
Der Theist sagt:
“Es gibt Götter. Man kann es zwar nicht beweisen, aber genau das ist das Wesen des Glauben.“
 
Der Atheist sagt:
“Mann kann die Existenz von Göttern nicht beweisen, also gibt es sie auch nicht.“
 
Der Agnostiker  sagt:
“Ich weiß nicht, ob es Götter gibt; aber es interessiert auch nicht. Sie spielen keine Rolle.“
 
 
Ich könnte jetzt hier lang und breit über Agnostizismus philosophieren, aber warum soll ich mir die Mühe machen, wenn wir bei Wikipedia wieder alles mundgerecht serviert bekommen (Stand. 09.01.2007):
 
Der Agnostizismus (latinisierte Form des griechischen αγνωστικισμός, agnostikismós, von griechisch a-gnoein, nicht wissen; vergleiche Gnostizismus) bezeichnet die philosophische Ansicht, dass bestimmte Annahmen – insbesondere theologischer Art, welche die Existenz oder Nichtexistenz eines höheren Wesens wie beispielsweise eines Gottes betreffen – entweder ungeklärt, grundsätzlich nicht zu klären oder für das Leben irrelevant sind (letztere Haltung wird auch als Ignostizismus bezeichnet).
                                                          
Die Frage „Gibt es einen Gott?“ wird vom Agnostizismus dementsprechend nicht mit „Ja“ oder „Nein“, sondern mit „Es ist nicht geklärt“, „Es ist nicht beantwortbar“ oder mit „Es spielt keinerlei Rolle“ beantwortet. Er stellt eine Weltanschauung dar, die insbesondere die prinzipielle Begrenztheit menschlichen Wissens betont. Angesichts der aus seiner Sicht unzureichenden Informationen lehnt es der Agnostizismus ab, einen Glauben an die Existenz oder Nichtexistenz von Göttern anzunehmen. Der Sophist Protagoras schrieb im 5. Jahrhundert v. Chr.:
 
“Von den Göttern weiß ich nichts, weder dass es solche gibt, noch dass es keine gibt.“
 
Im Unterschied zur starken Form des Atheismus schließt der Agnostizismus nicht grundsätzlich die Möglichkeit der Existenz transzendenter Wesen oder Prinzipien aus. Die Agnostik ist damit als dritte Anschauung zwischen Theismus und Atheismus positioniert. In diesem Sinne ist Agnostizismus aber auch mit dem Theismus vereinbar, da der Glaube an Gott möglich ist, selbst wenn man die Möglichkeit der rationalen Erkenntnis Gottes verneint.
 
Der Begriff des Agnostizismus wurde maßgeblich durch Thomas Henry Huxley (1869) geprägt. Obwohl es sich um eine noch junge Begriffsbildung handelt, ist die dahinter stehende Auffassung deutlich älter und findet sich u. a. bei Buddha, Laotse sowie einigen griechischen  Vorsokratikern und Sophisten.
 
Starker und schwacher Agnostizismus
 
Die Auffassung, dass die Existenz von Göttern und anderen höheren Wesen grundsätzlich unerkennbar sei, wird auch als starker Agnostizismus bezeichnet. Dagegen bezeichnet schwacher Agnostizismus die Auffassung, dass die Existenz von höheren Wesen nicht grundsätzlich unerkennbar ist, sondern nur zum gegenwärtigen Zeitpunkt unbekannt ist. Während ein schwacher Agnostiker auf die Frage, ob es einen Gott gibt, mit „Ich weiß nicht“ antworten würde, wiese ein starker Agnostiker diese Frage als unsinnig zurück.
 

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Agnostizismus und Theismus
 
Der Agnostizismus ordnet die im Theismus, also z. B. die in Judentum, Christentum, Islam oder Hinduismus angeführten Hinweise und Beweisversuche dafür, dass es ein göttliches Wesen gebe, als unzureichend ein. Eine (vermeintlich) nicht falsifizierbare Gottestheorie sei unwissenschaftlich – zumindest aus Sicht von Karl Popper und Albert, allerdings nicht aus der Sicht Paul Feyerabends – weiterhin müsse eine solche Theorie nach der als Ockhams Rasiermesser bekannten Denkregel vermieden werden, da sie eine unnötig verwickelte Erklärung sei. Die Gottesbeweise des Theismus, Offenbarungswissen und in Religionen überlieferte Wunder halten nach dem Urteil der Agnostiker wissenschaftlicher Überprüfung nicht stand. Gleiches gelte für historische religiöse Argumentationen, aufgrund von Überlieferungen an einen Gott zu glauben.
 
Eine Form des Theismus, die von manchen Richtungen des Agnostizismus akzeptiert wird, ist der Pantheismus, der die Natur bzw. das Universum als „göttlich“ bezeichnet. Viele Philosophen, wie beispielsweise Schopenhauer, bezeichnen den Pantheismus gar lediglich als dezenten Atheismus.
 
Agnostizismus und Atheismus
 
Der grundsätzliche Unterschied zwischen Agnostizismus und Atheismus besteht darin, dass es beim Agnostizismus um die prinzipielle rationale Erkennbarkeit Gottes, beim Atheismus dagegen um den tatsächlichen Glauben an Gott geht. Daher ist der Agnostizismus vor allem eine philosophische Grundsicht, während sich der Atheismus vor allem als Gegenpol zum Theismus sieht. Der Unterschied erscheint zunächst gering, weshalb auch die Begriffe Agnostizismus und (schwacher) Atheismus oft (fälschlicherweise) synonym gebraucht werden.
 
Gelegentlich wird auch argumentiert, dass der Agnostizismus keine eigenständige Weltanschauung, sondern als Unterkategorie des Atheismus einzuordnen sei. Andere behaupten, tatsächlich sei es genau umgekehrt: Atheismus sei nur als Folge der agnostischen Weltanschauung sinnvoll. Erst die agnostische Ansicht, dass keine Möglichkeit der Erkenntnis Gottes existiere, mache die atheistische Ansicht, nämlich den Glauben an Gott abzulehnen (schwacher Atheismus) oder gar zu negieren (starker Atheismus), überhaupt möglich. Hierbei sei angemerkt, dass diese Theorie nicht den Atheismus im weiteren Sinne betrifft, da dieser die Existenz eines Gottes zum Teil ganz ablehnt, was laut Agnostizismus nicht möglich ist.
 
Neben der Betonung der Nicht-Erkennbarkeit eines höheren Wesens lehnt es daher der Agnostizismus ab, die Existenz höherer Wesen vollständig zu bestreiten, wie es im starken Atheismus geschieht. Dies geschieht ebenfalls auf Grund der Annahme der prinzipiellen Nicht-Erkennbarkeit.
 
Eine Richtung des Agnostizismus, der atheistische Agnostizismus, vertritt zwar die Ansicht, dass die Existenz eines Gottes unbekannt ist, hält aber meist auf Grundlage von Ockhams Rasiermesser die Nicht-Existenz für plausibler.
 

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letzte Änderung: 25.11.2010